Ist Pompeji rollstuhlgerecht?
Die archäologische Stätte Pompeji ist rollstuhlgerecht über einen speziellen Rundweg namens Pompei per tutti zugänglich. Außerhalb dieser Route weist das Gelände jedoch erhebliche Hindernisse auf, da der Zugang für Rollstuhlfahrer in Pompeji durch das ursprüngliche römische Kopfsteinpflaster und unebene Böden eingeschränkt ist.
Barrierefreiheit in Pompeji
| Bereich von Pompeji | Barrierefreiheitsgrad | Geländemerkmale |
|---|---|---|
| Route „Pompei per tutti“ | Hoch | Rampen, ebene Böden und erhöhte Übergänge. |
| Amphitheater | Mittel/Hoch | Zugänglich über die spezielle Route von der Piazza Anfiteatro. |
| Nebenstraßen | Sehr gering | Unregelmäßiges Pflaster, hohe Bordsteine und fehlende Rampen. |
| Innenräume der Domus | Variabel | Einige Häuser verfügen über Stege; andere weisen noch die ursprünglichen Stufen auf. |
Was ist „Pompeii for all“?
Pompei per tutti (oder „Pompeji für alle“) ist das Inklusionsprojekt des Archäologischen Parks Pompeji, das Besuche für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen und alle Besucher, die eine komfortablere Tour bevorzugen, erleichtern soll. Diese Route erstreckt sich über etwa 3,5 Kilometer und verbindet den Eingang Piazza Anfiteatro mit dem Heiligtum der Venus und dem Forum. Die Initiative verwendet moderne Materialien, um Oberflächen zu ebnen und die historischen Lücken zwischen Gehwegen und römischen Straßen zu überbrücken.
Die Route ermöglicht die Besichtigung wichtiger Bauwerke wie des Großen Gymnasiums und mehrerer restaurierter Wohnhäuser (Domus). Besucher können die offizielle Barrierefreiheitskarte einsehen, um Rastplätze und empfohlene Routen zu identifizieren:

Laut einem Facebook-Nutzer: „Etwa ein Viertel der archäologischen Stätte ist zugänglich.“ Trotz dieser Verbesserungen kann das Erlebnis je nach verwendeter Ausrüstung variieren, wie ein Erfahrungsbericht einer anderen Person auf Facebook belegt: „Ich war im September dort und habe es geschafft, einen Großteil mit einem Elektrorollstuhl zu erkunden. Obwohl ich froh bin, es gemacht zu haben, war es an manchen Stellen etwas beängstigend und vielleicht hätte ich es lassen sollen – besonders als ich fast herausgefallen wäre, aber zum Glück wurde ich von einem vorbeikommenden Paar gerettet.“
Welcher ist der beste Eingang nach Pompeji für Personen mit eingeschränkter Mobilität?
Der beste Eingang nach Pompeji für Personen mit eingeschränkter Mobilität ist die Piazza Anfiteatro. Dieser Zugangspunkt dient als offizieller Startpunkt der barrierefreien Route „Pompeii per tutti“ und weist nicht die steilen Steigungen auf, die andere Haupteingänge wie die Porta Marina charakterisieren. Von der Piazza Anfiteatro aus gelangen Besucher direkt in die flachsten und am besten ausgestatteten Bereiche der archäologischen Stätte.
Die römische Stadtplanung beeinflusst die Barrierefreiheit in Pompeji maßgeblich. Der Boden besteht größtenteils aus Basalt, einer Art Vulkangestein, das extrem hart und uneben ist. Diese Pflasterung weist tiefe Lücken und gewölbte Oberflächen auf, welche die Traktion von Rollstuhlrädern behindern. Wie ein Quora-Nutzer anmerkt: „Pompeji erfordert ein enormes Maß an Gehen auf alten, unebenen Pfaden.“
Obwohl die barrierefreie Route diese Probleme durch Stege und Rampen etwas mildert, ist fast im gesamten Komplex Kopfsteinpflaster vorhanden. Die ursprünglichen Straßen besitzen hohe Bordsteine, die zur Ableitung von Regenwasser konzipiert wurden. Dies zwingt Nutzer dazu, sich ausschließlich auf jene Punkte zu verlassen, an denen Metall- oder Holzrampen installiert sind. Außerhalb der Hauptachsen der inklusiven Route ist eine autonome Fortbewegung mit dem Rollstuhl aufgrund der fehlenden unterstützenden Infrastruktur praktisch nicht umsetzbar.
Welche Bereiche sind nicht zugänglich?
Wie in der einleitenden Tabelle erwähnt, umfassen die nicht barrierefreien Bereiche von Pompeji die meisten Nebenstraßen, Gebiete mit steilen Steigungen sowie die oberen Stockwerke der ausgegrabenen Gebäude. In diesen Zonen treten aufgrund des Kopfsteinpflasters ständig Schwierigkeiten auf, da der ursprüngliche Basalt dort nicht für den Tourismus abgedeckt oder geebnet wurde. Laut eines Reddit-Nutzers: „Es gibt keine Handläufe oder Ähnliches und auch nicht viele Bänke zum Ausruhen. Der Großteil des Parks besteht aus sehr unregelmäßigen Steinpfaden.“
Das Kopfsteinpflaster ist im gesamten Komplex nicht einheitlich; während Hauptstraßen (wie die Via dell’Abbondanza) über angepasste Abschnitte verfügen, weisen kleinere Kreuzungen noch die römischen „Trittsteine“ auf. Diese Steine sind erhöhte Blöcke, die die Straße von Bürgersteig zu Bürgersteig überqueren und für Rollstuhlfahrer unüberwindbare physische Barrieren darstellen.
Zusätzlich weisen viele der kleineren Domus (Häuser) erhöhte Steinschwellen und schmale Flure auf, die das Wenden mit einem Rollstuhl unmöglich machen. Wie die offizielle Website der archäologischen Stätte angibt, weisen Bereiche auf den Hügeln im nördlichen Sektor des Parks zudem Steigungen von über 8 % auf, weshalb sie nach internationalen Mobilitätsstandards als nicht zugänglich eingestuft werden. Schließlich erhöht die mangelnde Beschilderung in diesen abgelegenen Gebieten das Risiko, auf instabilem Gelände stecken zu bleiben.
Kann man in Pompeji Rollstühle ausleihen?

Kann man in Pompeji Rollstühle ausleihen?
Ja, der Archäologische Park Pompeji bietet Besuchern auf Anfrage einen kostenlosen Rollstuhlverleih an. Diese Rollstühle sind an den Informationsbüros an den Haupteingängen Porta Marina und Piazza Anfiteatro erhältlich. Die Anzahl der Einheiten ist begrenzt, daher wird empfohlen, früh am Morgen anzukommen, um die Verfügbarkeit zu gewährleisten, da eine garantierte Reservierung im Voraus nicht immer möglich ist.
Es ist wichtig zu betonen, dass es sich bei den vom Park bereitgestellten Rollstühlen um manuelle Standardmodelle handelt. Da das Gelände uneben ist, kann die Nutzung eines manuellen Rollstuhls sowohl für die Begleitperson als auch für den Nutzer anstrengend sein. Wie bereits erwähnt, erfordert der Zugang mit dem Rollstuhl in Pompeji körperliche Kraft aufgrund der Unebenheiten und der Steigung bestimmter Abschnitte.
Besucher mit stark eingeschränkter Mobilität sollten die Verwendung eigener elektrischer Rollstühle oder Antriebshilfen in Betracht ziehen, wobei stets die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen zu beachten sind. Das Parkpersonal kann beratend zur Seite stehen und Informationen zur Route geben, übernimmt jedoch keine Aufgaben wie das Schieben oder den Transport von Besuchern durch die Ruinen.
